14.7 / 20.00 – 30 Jahre Welttraumforscher: Opening, Konzert, Austellung « REH4
12. Juli 2011

Plattfon & Stampa: "14.7 / 20.00 – 30 Jahre Welttraumforscher: Opening, Konzert, Austellung"


Austellungseröffnung am 14.7 / 20 Uhr mit Bildern / Tapes und Fotografien, haubtsächlich aus den “Kassettenjahren” von den Welttraumforschern zum 30 Jährigen bestehen.
Sowie zur Plattentaufe Herzschlag Erde die auf A Tree In A Field und Planam offiziell am 14 Juli erscheint.
Ab 20 Uhr.
Musik: DJ Marc Milohnic (Some Fine Legacy) & And Me (Interdisco)
Konzert: Die Welttraumforscher.

Links:
Welttraumforscher

Plattfon im Fernsehen.

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“Verdunkelt die Sinne, die Welttraumforscher kommen”, steht auf einer der Zeichnungen im Booklet der in den 80er Jahre erschienenen Musikkassetten, die nun auf Vinyl wieder neu greifbar sind. Weniger greifbar ist derweil die Welt, die sich einem mit den Welttraumforschern auftut, ein Kosmos, den der zürcher Künstler Christian Pfluger seit über 30 Jahren musikalisch wie zeichnerisch entwirft. Doch lohnt es, den Reisen des imaginierten Trios der “Welttraumforscher” eingehender zu folgen, die durch die imaginären Bild- und Klangwelten Pflugers spazieren.
Für Musik wie Bild charakteristisch ist der Bastelcharakter, das vorgeblich Zusammengewürfelte, das im privaten “Forschungslaboratorium” arrangiert wird – zeichnerisch erinnert es an Bilder, wie sie der Schüler während Stunden in sorgsamer Kleinarbeit in Schulhefte kritzelt; wo er ein Männchen malt, und dann ein zweites, und sie ihm, obwohl beide merkwürdig aussehen, bald vertrauter sind, als der Text im Schulbuch, um den sich nun Landschaften auszubreiten beginnen. – Hier wie da eine Hinwendung in einen eigenen Kosmos, der nun bei den Welttraumforschern durch die Vielzahl an bildlichen Situationen an Systematik gewinnt. “Erforschen die Welttraumforscher die Welt im Traum oder den Traum der Welt?”, fragt auch das Booklet. Zunächst durchwandern sie jedenfalls eine Vielzahl von interstellaren Szenen, observieren Sternenstaubregenbogen und wüste Schneckentiere mal auf einem fliegenden Teppich, mal aus einem Weltraumheissluftbalon aus. Schwarz/weisse Federzeichnungen, in denen schraffierte Felder mal eine Tiefenwirkung erzeugen, deren Formen sich aber auch gerne in Richtung einer ornamentalen Abstraktion bewegen, die an die versponnenen Phantastereien eines Adolf Wölfli erinnert.
“Die Wachenden haben eine gemeinsame Welt, beim Schlafen aber wendet sich jeder in seine eigene”, warnte Heraklit. Auch damals schien es pragmatischer, dem öffentlichen common sense zu folgen, als sich in eigene Träumereien zu verschwurbeln. Doch bleibt es der Kunst vorbehalten, sich aus dem Bereich des unmittelbar einleuchtenden zu verabschieden, die Sinne zu verschatten und dem Glimmen dunkler Versprechen nachzugehen. Und so haben sich denn auch die Welttraumforscher für Letzteres, für abseitige Welten, entschieden: Musizierend watscheln sie der Milchstrasse entlang, stellen Untersuchungen mit allerlei Gerätschaften an und staunen über das Fremde, das ihnen allerorts entgegenblickt. Und sie bringen das, was sie erspäht haben, in Bild und Ton zurück, schreiben die “Folklore unseres Weltalls”, wie es auf einer Collage heisst. Und obwohl die Männchen, diese merkwürdigen Geisterschlümpfe in Ku-Klux-Roben, auf den ersten Blick eher unheimlich erscheinen, erweisen sie sich im Verlauf der Bildergeschichte, die das Booklet auch erzählt, als gesellige Zeitgenossen: “Gegen Mittag”, heisst es da am Ende, “wenn die Welttraumforscher auf ihrer Maschine Kaffee brauten, luden sie die ganze Nachbarschaft ein”, um in die Nacht hinein zu tanzen.
Eine solche Nachbarschaft ist nun zum 30 jährigen Bestehen der “Welttraumforscher” wieder eingeladen, die aufgezeichneten Bilder und Töne aus den Reisen Pfluger neu zu entdecken, und über die Schemen seiner All-Kartographie in eigene Traumwelten vorzustossen und in Träume der Welt hinein zu tanzen. Die Plattentaufe der Vinylausgabe der “Welttraumforscher” findet zusammen mit der Eröffnung der Ausstellung von Zeichnungen Christian Pflugers am 14. Juli um 20 Uhr im Plattfon, Feldbergstrasse 48, statt. Die Ausstellung dauert sechs Wochen.

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